Azubis gewinnen durch verbesserte Arbeitsbedingungen

2. Mai 2018

Die Baubranche erlebt derzeit einen Boom – die Auftragsbücher der Unternehmen sind mehr als voll. Nicht selten müssen Kunden für die Sanierung von Haus & Hof lange Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr in Kauf nehmen. Problematisch ist in der Baubranche, dass die Unternehmen keine zustätzlichen Fachkräfte finden, welche so dringend benötigt werden. Auch im Nachwuchsbereich sieht es mau aus, wodurch eine Besserung voerst nicht in Sicht ist.

Es herrscht eine „Azubi-Ebbe“ in Vorpommern-Greifswald. Die Arbeitsagentur für Vorpommern-Greifswald meldete kürzlich 117 unbesetzte Ausbildungsstellen im Baugewerbe. „Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs im Kreis Vorpommern-Greifswald sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden“, sagt Wolfgang Ehlert, Bezirksvorsitzender der IG BAU Ostmecklenburg-Vorpommern. Dieser übte starke Kritik an den Bauarbeitgebern und deren „Geiz-Mentalität“.

Höchste Zeit, die Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs attraktiver zu gestalten. „Für die Zukunft ist auch wichtig, dass Bauarbeiter die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen. Ebenso, dass die Arbeitgeber alle Ausbildungskosten übernehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass der Ausbildungsbetrieb die Fahrten zur Berufsschule bezahlt. Der Bau muss den Azubis einfach mehr bieten […] Wir haben einen Bau-Boom. Und die Betriebe im Landkreis Vorpommern-Greifswald haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen, um die Arbeit zu erledigen. Trotzdem haben die Arbeitgeber nur ein beschämend dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt“, so Ehlert.

Quelle: Pasewalker Zeitung, 02.05.2018