Schwesig: Industriepolitik wird ein Schwerpunkt der neuen Landesregierung

18. Oktober 2021

 

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will die industrielle Basis in Mecklenburg-Vorpommern stärken. „Industriepolitik muss und wird auf jeden Fall einer der Schwerpunkte der nächsten Landesregierung sein“, kündigte die Ministerpräsidentin auf dem Industrie-Kongress der Industrie- und Handelskammern im Land in Stralsund an.

 

Grundlage dafür soll das von Landesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften erarbeitete Industriekonzept für Mecklenburg-Vorpommern sein. „Jetzt geht es darum, dass wir dieses Konzept gemeinsam umsetzen“, sagte Schwesig. „Mecklenburg-Vorpommern hat sich wirtschaftlich gut entwickelt. Daran hat auch die Industrie ihren Anteil. Aber wir haben immer noch einen relativ niedrigen Anteil industrieller Wertschöpfung. Das ist auch einer der Gründe für das relativ niedrige Lohnniveau im Vergleich mit anderen Bundesländern. Deshalb sagen wir gemeinsam: Wir wollen, dass sich Mecklenburg-Vorpommern noch viel stärker zum Industriestandort entwickelt.“

 

Das Konzept setzt vor allem auf die Entwicklung und Ansiedlung klimafreundlicher Industrien. „In den nächsten beiden Jahrzehnten öffnet sich ein historisches Zeitfenster. Große Teile unserer Wirtschaft müssen klimaneutral werden. Das gilt für Mecklenburg-Vorpommern, für Deutschland, letztlich für die ganze Welt. Sonst können wir den Klimawandel nicht bewältigen. Damit bekommen die Standorte einen Vorteil, die erneuerbare Energien haben. Dort werden die guten Arbeitsplätze der Zukunft entstehen: zum einen in der Produktion der erneuerbaren Energien selbst. Zum anderen in den sauberen Industrien, die mit erneuerbaren Energien arbeiten. Bis hin zu Zulieferern, Gewerbe und Dienstleistungen um diese Industrien herum“, analysierte die Ministerpräsidentin.

 

Mecklenburg-Vorpommern habe aufgrund seines hohen Anteils erneuerbarer Energien eine gute Startposition, die genutzt werden müsse. „Wir brauchen eine leistungsfähige, konkurrenzfähige und vernetzte Wasserstoffwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte die Ministerpräsidentin. Mit dem Wasserstoffwerk in Laage und der Finanzierung verschiedener Projekte in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie des Bundes seien erste wichtige Schritte getan. Diese Entwicklung müsse in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

 

Ein weiteres wichtiges Instrument sei der Aufbau grüner Gewerbegebiete. „Wie grüne Industrie aussehen kann, zeigen die grünen Gewerbegebiete, die wir im Land haben. Sie verbinden klassische Standortvorteile wie die gute Verkehrsanbindung mit der neuen Schwerpunktsetzung auf saubere Industrie. Mit grünen Gewerbegebieten zeigen wir: Ökologische Verträglichkeit, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit müssen keine Gegensätze sein. Wir können sie miteinander in Einklang bringen“, so die Ministerpräsidentin.

 

Große Chancen für die Industrie und die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt biete auch die Digitalisierung. Die Landesregierung werde deshalb den Ausbau der digitalen Infrastruktur weiter voranbringen „Zugleich unterstützen wir Unternehmen dabei, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen. Dazu haben wir zum Beispiel sechs digitale Innovationszentren aufgebaut, in denen Existenzgründer beste Bedingungen vorfinden, die aber auch etablierte Unternehmen auf dem Weg ins digitale Zeitalter unterstützen“, erklärte die Ministerpräsidentin.

 

„Damit unsere industriepolitische Vision Wirklichkeit werden kann, brauchen wir Arbeitgeber, die gute Arbeitsbedingungen schaffen und gute Löhne zahlen“, sagte Schwesig an die Wirtschaftsvertreter gerichtet. Das fange mit guter Ausbildung an. „Ein zweites Mittel gegen den Fachkräftemangel ist: besser bezahlen. Ich weiß, dass das in vielen Betrieben viel verlangt ist. Aber wenn junge Menschen sehen, dass sie im gleichen Beruf im Westen deutlich mehr verdienen als hierzulande, dann haben unsere Betriebe das Nachsehen. Ich werbe bei Ihnen deshalb dafür, Tariflohn zu zahlen. Tariflöhne sind faire Löhne, die auch die wirtschaftliche Situation der Branche berücksichtigen und von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgehandelt worden sind. Wir werden in den nächsten Jahren auch als Landesregierung die Tarifbindung bei uns im Land weiter stärken“, so die Ministerpräsidentin.

Quelle: Staatskanzlei MV